EINS

 
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Nun ist es soweit, ich schreibe den ersten Blog-Eintrag. Ein bisschen aufgeregt bin ich ja schon, da es ja doch ein recht persönliches Thema ist und ich für gewöhnlich selber nicht über so private Dinge schreibe. Daher rührt wohl auch der Titel des Projektes. Ich möchte in dem ersten Artikel damit starten, was mich veranlasst hat, dieses Projekt zu beginnen. Ich bin schon seit einer Weile auf der Suche gewesen, meiner Fotografie mehr Inhalt zu geben. Mir waren meine Bilder zu unpersönlich und lange wusste ich nicht, warum.  Es waren schöne Bilder, aber halt ohne tieferen Inhalt. Nichts, worauf ich wohl selber länger schauen würde, wenn ich in einer Ausstellung davor stehen würde. Daraufhin habe ich mich sehr intensiv mit meiner Fotografie und vor allem mit mir selber auseinandergesetzt, ich habe an einigen Fotokursen teilgenommen, etliche Bücher angesehen, viele Blogs angeschaut und bin von einer Ausstellung zur anderen gegangen. Aber ich wurde nicht wirklich fündig. In meinem Alltag verdiene ich mein Geld mit Auftragsfotografie, vorrangig mit Hochzeiten, aber auch anderen Jobs. Auch hier bin ich regelmäßig auf der Suche nach Optimierung und Verbesserungen. Vor ungefähr eineinhalb Jahren habe ich mir dann die Bücher "Die 7 Wege zur Effektivität" von Steven R. Covey und "Wie wir denken, so leben wir" von James Allen gekauft und angefangen, zu lesen. Wie es die Titel schon sagen, ging es darum effizienter zu arbeiten, und um die eigenen Denkprozesse. Nach einer Weile des Lesens kam für mich der Punkt des Verstehens, das, was man sucht, nicht im Außen. Erfolg kommt von innen, angefangen bei dem persönlichem Erfolg, dann der berufliche. Es ist nicht alleine den Büchern zu verdanken, ich würde eher sagen, dass es eine Verknüpfung von vielen Sachen ist, da ich auch viele Podcasts zu dem Themen Selbstverwirklichung, Verlustängste, effizientes Arbeiten, Umgehen mit negativen Gedanken höre und mich auch schon sehr lange mit Themen wie Persönlichkeitsentwicklung beschäftige. Aber warum mache ich das? Wie vielleicht viele von Euch haben wir alle ein Paket, das was wir mit uns herumtragen, doch ich wollte es einfach nicht mehr mit mir herumtragen, sondern endlich anpacken und auflösen. Da ich gerne unbeschwert leben möchte - ich habe ja nur dieses eine Leben. Aber kommen wir zurück dazu, wie ich zu diesem Projekt kam. Im April habe ich dann auf Facebook gelesen, dass Tomaso Baldasarini einen Workshop anbot - eigentlich hatte mich das Thema des Workshops gar nicht so richtig angesprochen, aber ein Gefühl in mir sagte mir, ich sollte ihn trotzdem anschreiben und das tat ich dann auch, da ich Ihn persönlich sehr bewundere für seine Arbeit, wie er in der Öffentlichkeit auftritt und wie offen er mit verschiedenen Themen umgeht. Und es stellte sich heraus es war eine gute Entscheidung. So wurde Tom mein Mentor, schon nach dem ersten Telefonat spürte ich, das wird etwas Gutes. Wir plauderten über eine Stunde über die verschiedensten Dinge und er gab mir die ersten Aufgaben. Eine davon war „Was bedeutet Fotografie für mich und wo möchte ich damit hin?“ gefolgt von vielen anderen Fragen, allesamt solche, die ich mir auch schon oft selber gestellt hatte, nur mit dem Unterschied, dass ich sie jetzt beantworten musste. Ich glaube, das kennt jeder: Man schiebt doch gerne diverse Dinge vor sich her und das war eins davon! Nachdem ich die erste Seite niedergeschrieben und ihm gesendet hatte, war seine Reaktion eher negativ. Ich sollte ihm kein Businessplan schreiben, sondern was persönliches! Und das tat ich. Das zweite Statement war etwas Persönliches. Was dann daraus resultierte, war der Satz. "Die Themen für deine fotografischen Projekte liegen in dir." Und so entwickelte sich die Idee zu diesem Projekt. Ich muss dazu sagen, dass meine Mutter an Angst- und Panikattacken, mit einer Tendenz zu dem Borderline-Syndrom leidet. Es ist für mich und meinen Bruder nicht immer einfach, damit umzugehen, da sie diese Diagnose erst vor nicht all zu langer Zeit bekam, auch wenn die Krankheit schon eine Weile da ist. Dazu habe ich selber sehr lange mit depressiven Stimmungen gekämpft, ohne es zu wissen, bis mir meine damalige Freundin sagte ich sollte dem  nachgehen und dass ich eventuell an Depressionen leide. Nun hatte das Kind einen Namen und so war es für mich viel einfacher, damit umzugehen. Vorher dachte ich nur immer, irgendwas stimmt mit mir nicht und gab mir immer selbst die Schuld. Dass das die Lage nicht besser macht, wissen diejenigen, die es auch betrifft. Ab da an konnte ich gezielt schauen, wie ich damit umgehen kann und fing an, mich und meine „Macken“ zu akzeptieren. Heute kann ich sagen, dass ich mich und mein jetziges Leben echt mag, das hätte ich vor 6 Jahren so nie gedacht! 

 

Okay, mein Kopf ist erstmal leer und ihr ein bisschen wissender. Ich werde Euch hier auf dem Blog auf dem Laufenden halten und hinter die Kulissen schauen lassen. Wir lesen uns im zweiten Beitrag.